Wir freuen aus darauf, mit Ihnen zusammen am 10.10.2015 um 17.30 Uhr mit Till Warwas einen weiteren Norddeutschen Realisten in der Galerie Göldner willkommen zu heißen. Zur Vernissage wird der Künstler anwesend sein.

Es ist Till Warwas erste Einzelausstellung in Bordesholm. Zuletzt war er hier im Zuge des Plenairs im Bordesholmer Land 2011.

Till Warwas hat ein Studium an der HdK abgeschlossen und war Meisterschüler bei Klaus Fußmann. Seitdem lebt und arbeitet er als freischaffender Künstler.
Er gehört zu dem festen Kern der Künstlergruppe Norddeutsche Realisten und nimmt seit 2002 an den Pleinairs der Gruppe teil.
Er hatte regelmäßige Dozenturen an verschiedenen Sommerakademien und Arbeitsaufenthalte führten ihn u.a. nach Frankreich, Italien, an Nord- und Ostsee, sowie nach Polen, Dänemark, Schweden und ins Rheingau.
2013 wurde der Kunstpreis der Schleswig Holsteinischen Wirtschaft verliehen an die Gruppe der Norddeutschen Realisten.
TillWarwas wird von einigen Galerien in Deutschland vertreten, seine Werke befinden sich in privatem und öffentlichem Besitz. Er lebt und arbeitet in Bremen.

Eine erste Gelegenheit, Till Warwas kennenzulernen, ist dieses kleine Video von „PeterTV“, anlässlich der Ausstellung zum Pleinair in Kappeln:

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Die Norddeutschen Realisten im Bordesholmer Land:

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Die Rede zur Ausstellungseröffnung

Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren,

ab heute stellt in der Galerie Göldner der Bremer Künstler Till Warwas aus. Er hat von 1984-1989 Freie Malerei an der HdK Berlin bei Professor Klaus Fußmann studiert, war 1990 sein Meisterschüler und ist seit 2001 Mitglied der Gruppe der „Norddeutschen Realisten“- zusammen mit Nikolaus Störtenbecker, Brigitta Borchert, Ulf Petermann, Lars Möller, Frank Suplie und Anderen.

Er ist durch zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen mittlerweilen einem größeren Publikum in Deutschland bekannt geworden.

Seine Bilder hängen inzwischen in zahlreichen Galerien und Museen und natürlich in dem einen oder anderen Privathaushalt…vielleicht ja auch bald bei Ihnen zu Hause.

2011 war Till Warwas zum letzten Mal in Bordesholm und wir freuen uns darüber, dass er nun mit einer Einzelausstellung hier in der Galerie Göldner vertreten ist.

Ihm verdanke ich persönlich einige der eindrücklichsten Erinnerungen an meine fotografische Dokumentation des damaligen Pleinair Geschehens. Erinnerung 1 ist die wohl aufwändigste und aufregendste Verfolgungsjagd auf schleswig-holsteinischen Wirtschaftswegen, die ich je gefahren bin. Lars Möller und Till Warwas waren auf der Suche nach einem Motiv und geeignetem Standort und ich versuchte sie zunächst zu finden und anschließend nicht aus den Augen zu verlieren. Meine Fotoausbeute waren am Ende des Tages zwei Männer mit Navis und Landkarten in der Hand und dann ein paar Ziegen, Hunde und Hühner an Orten, wo die beiden eigentlich hätten sein sollen.

Die zweite Erinnerung an das Pleinair begleitet mich auch heute noch und das beinahe täglich. Till Warwas hat die alte Post am Lindenplatz gemalt und mein ganzer Ehrgeiz war es, Motiv und Werk in einer Linie zu fotografieren und auch die Hand des Meisters malend festzuhalten.

Ich war fasziniert von dem leichten Schwung des Pinsels, der die Leinwand eher beschwörte als darauf malte.

Ich habe so lange zugesehen, dass ich auch heute noch im Geiste einen Pinsel über dem Gebäude schweben sehe, wenn ich daran entlang gehe. Sollte ich je im Lotto gewinnen, dann kaufe ich das Gebäude und baue den Pinsel ganz groß dran.

norddeutsche-realisten-warwas-motiv

Das Bild von der alten Post hängt gleich unten im Treppenhaus, es ist das erste Bild, das Sie sehen, wenn sie die Ausstellung besuchen.

Aber was macht die Kunst von Till Warwas aus?

In Till Warwas Werken domininiert nahezu perfekte harmonische Ordnung. Er ist ein Meister des Lichts und der Spiegelung. Und das meint nicht nur seine stets geputzten Schuhe. Besonders eindringlich zeigt sich das in den Stillleben, die ungefähr die Hälfte der hier ausgestellten Werke ausmachen.

Das Stillleben in der Kunst hat eine lange Tradition. Es diente der Verschlüsselung von Botschaften, der Zurschaustellung von Prunk (“mein Haus, meine Kutsche,…”), oder auch einfach nur der malerischen Studie und dem Üben der Kunstfertigkeit, so realistisch wie nur möglich zu malen.

In jedem Stilleben von Till Warwas gibt es irgendeine Art von Spiegelung. In den Glasgefäßen, auf der Tischplatte oder der Oberfläche der Krüge. Es sind die Objekte selbst, die sich spiegeln, oder die Fenster des Raumes, in denen die Objekte Model stehen. Dadurch werden Stofflichkeit und der Charakter der Gefäße exakt wiedergegeben und sie gewinnen eine wahrnehmbare Haptik.

Der Künstler bildet dabei so exakt ab, dass er z.B. Mengenangabe bei dem 2,5 Liter Krug nicht einfach nur die Ziffernweg läßt, wenn er den Krug noch einmal als Objekt in einem anderen Bild verwendet, nein, er dreht den Krug dann um, damit er nicht in Versuchung kommt, lügen zu müssen. Ich finde, das sagt auch etwas über den Menschen Till Warwas

Sehen Sie sich um und überzeugen Sie sich selbst.

Wenn sie dann auf einen schriftlosen weißen Emaillekrug treffen, dessen Ausgußöffnung zwar nach links zeigt, aber 2,5 l draufstehen, dann ist das nicht der derselbe wie aus dem Bild mit den Zitronen, sondern ein anderer. Sie sind tatsächlich unterschiedlich in der Ausgußöffnung.

Die Stillleben sind in meiner Wahrnehmung verdichtete Zeit, gemalte Meditation und Ruhepol zugleich. Man kann seine Gedankenstrudel dort hineingeben und er kommt geklärt und beruhigt wieder heraus.

Ähnlich verhält es sich mit den Blumenbildern von Till Warwas. Manchmal sind Schnittblumen Bestandteil des Stillebens, manchmal stehen sie allein in ihrer Vase und vor dem Blick des Malers, ein anderes mal stehen sie im Garten seines ehemaligen Lehrers und alten Freundes Paul Fußmann. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie durch das Zusammenspiel von Licht und Farbe etwas unsterblich Schönes werden. Die Wirkung wird hauptsächlich durch Licht und Schatten in der pointiert eingesetzten Farbfläche erzielt- es handelt sich nicht um minutiös gezeichnete Blütenlinien. Und doch hat man den Eindruck von Echtheit und auch wieder Greifbarkeit. Wer solche Blumen mitgebracht bekommt, der bzw. die hat es gut.

Das Prinzip der harmonischen Ordnung herrscht auch den Landschaftsbildern. Und auch hier findet sich die oft die herausragende Fähigkeit des Malens von Licht und Spiegelung.

Licht und Schatten und alles, was dazwischen lebt, zeigt sich in der Art, wie Till Warwas Himmel malt. Es gelingt ihm, seinen Bildern dadurch fast eine autonome Lichtquelle zu geben, die aus sich selbst heraus zu leuchten vermag. Natürlich in den Rapsbildern, aber auch in denen, die einfach nur eine weite Sicht bieten.

Und damit komme ich zu meinem Lieblingsbild in dieser Ausstellung, “An der Godehl / Föhr”.

Wer gerne mental reisen mag und dafür einen Ort in sich aufsucht, der dafür Ausgangspunkt sein kann, der hat ihn hier gefunden.

Es spannt sich ein weiter Himmel über eine flache, mit Gras bewachsene Landschaft die durch einen Flusslauf geteilt ist. Der Fluss ist nicht gerade, die Uferböschung ist hoch. Es steht ein Mensch am rechten unteren Drittel des Bildes am Uferhang des Flusses. Er steht seitlich zum Maler und nichts deutetet darauf hin, dass er den Maler überhaupt wahrnimmt. Der Mensch sieht über den trennenden Abhang hinweg in eine Ferne, die sich ebenso wie der Fluss auf der anderen Seite des Bildes verliert. Sie ist dem Himmel nahe, aber immer noch Land. Womöglich werden diese beiden Elemente in noch weiterer Ferne miteinander verschmelzen.

Menschen sind nicht oft zu Gast in den Bildern von Till Warwas, deshalb ist es hier etwas Besonderes. Den meisten Raum nimmt der Himmel ein, dann folgt die Landschaft und winzig klein darin der Mensch. Hier ist er Teil der harmonischen Ordnung und macht mal nichts kaputt. Er träumt in eine Ferne und ist Teil des Ganzen. Deutlich wird aber auch, dass er das kleinste Element in diesem Raum ist, er ist dem einerseits durch die Aufteilung der Fläche untergeordnet, aber gleichzeitig auch der kleinste, höchste Punkte darin. Für mich ist das ein modernes Momento mori- ein Symbol für unsere Sterblichkeit und unsere Unwichtigkeit im Verhältnis zum Ganzen. Gleichzeitig dürfen wir aber auch Gast darin sein und können daran teilhaben, indem wir uns hineinbegeben und ein Teil davon werden werden.

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