Katharina Kierzek und Kai Niebuhr

Aktuell stellen bei Rund um Kunst Katharina Kierzek und Kai Niebuhr aus.

Katrin Göldner, Kai Niebuhr und Katharina Kierzek
Katrin Göldner, Kai Niebuhr und Katharina Kierzek

Hier ist ein Auszug aus der Begrüßungsrede von Maike Brzakala:
“ Sehen Sie sich um: Bei Rund um Kunst gibt es Einrahmungen, Passepartouts, Originale, Kunstdrucke, individuell beauftragte und für Sie gemalte Bilder und ausgesuchte Geschenkartikel. Wer den Belag der Schuhsohlen schonen will, kann einen Teil davon auch im Onlineshop kaufen und sich liefern lassen.

Und bei Rund um Kunst gibt es Kunst-Ausstellungen mit Künstlerinnen und Künstlern aus Schleswig-Holstein. Weil schleswig-holsteinische Kunst Orte braucht, um sich zu zeigen und weil man jede/r KünstlerIn, die hier bleibt mit Aufmerksamkeit überschütten und fördern muss.
Man denkt bei dem Wort “Schleswig-Holstein” nicht unbedingt an die große Kunst, aber das liegt nicht daran, dass es hier keine Kunst gibt, sondern daran, dass die meisten Künstlerinnen und Künstler woanders hin verschwinden. Die meisten sind dann nicht nur weg von hier, sondern auch insgesamt weg, aber die, die sich dann einen Namen machen, werden dann oft so einsortiert, als seien sie schon immer in Berlin, New York oder wer-weiß-wo gewesen.
Daniel Richter z.B. Der Star unter den zeitgenössischen Künstlern, dessen Bilder für 6-stellige Beträge über den Galerietisch gehen, lebt jetzt in Berlin, vorher in Hamburg, aber wer weiß schon, dass er in Lütjenburg geboren ist?

Rund um Kunst ist keine große Galerie und Bordesholm nicht der Nabel der Welt, aber mit jeder Ausstellung, die hier oder woanders gezeigt wird, fällt ein Lichtstrahl mehr auf die KünstlerInnen und trägt so zu deren Sichtbarkeit bei. Durch das Mehr an Aufmerksamkeit, durch das Weiterempfehlen und Weitererzählen, durch die Berichterstattung in den klassischen Medien und im Internet,  tragen wir zusammen dazu bei, dass KünstlerInnen hier bleiben können oder sich überhaupt erst für Schleswig-Holstein entscheiden können.
Drücken Sie Ihre Wertschätzung auch und vor allem auch aus durch den Kauf von Kunst! Investieren Sie in unsere KünstlerInnen! Vielleicht kaufen Sie gerade hier und heute eine Daniela oder einen Daniel Richter? Greifen Sie zu, sonst ärgern Sie sich morgen!
Wie oft kaufen Sie wirkliche Kunst? Und warum darf das nicht auch einmal ein bißchen was kosten? Dann verschieben Sie den Kauf der neuen Schuhe eben auf demnächst. Mit dem Onlineshop von Rund um Kunst können Sie ohnehin barfuß bleiben:-)

Heute z.B. können Sie die Kunst von Katharina Kierzek und Kai Niebuhr kaufen (oder einfach auch nur ansehen…)

Katharina Kierzek, eine praktizierende Berliner Schnauze mitten in Kiel, eine echte Gesellin der Baukeramiker und Freie Künstlerin nach dem Studium an der Muthesius Kunsthochschule
Der Kunstkritiker Neumann sagt über sie : Sie ist “in Auge, Herz und Hand die mit Abstand jugendlichste und phantasievollste Künstlerin im Land. Sie versteht es, das Kind in ihr künstlerisch zu entfalten und dessen ihm innewohnendes kreatives Bildpotential professionell zu nutzen.”

Für mich ist Katharina Kierzek ist eine Art Kunst-Pippi-Langstrumpf, wenn sie sich ein altes Gemälde schnappt und “Der Hirsch-kommt-gleich” hineinmalt.
“Irgendwo zwischen Comic, Kinderzeichnung und Pop Art, zwischen Cosima von Bonin, Roy Lichtenstein und Hugo Pratt treibt Katharina Kierzek ein buntes, dabei ironisch hintersinniges Spiel mit Populärkultur und klassischer Kunst, kollektiver Erinnerung und kleinbürgerlichem Lebenstraum.”(J.M. Neumann)

Kai Niebuhr, auch ein Muthesianer, malt bzw. zeichnet dagegen seine experimentellen Bilder mit der Nähmaschine.
Seine oft großformatigen Werke entstehen durch den Einsatz von Faden, Stoff und Folien, durch Schneiden, Zerreißen, Schlitzen, durch Überlagerung von Materialien. Er bedruckt die Stoffe vorher mit Radierungen und fügt ihnen Gebrauchsspuren bei. Zur Ansicht kommen abstrakte Einzelfiguren, deren ideale Körperlichkeit aufgebrochen wird. Der bearbeitete Stoff wird so Symbol für die Haut, dem sichtbaren Organ der menschlichen Erfahrung.

Katharina Kierzek und Kai Niebuhr zusammen haben sich nun über für die Ausstellung “Körperzentralhaltestelle” gemeinsam über die Stoffe hergemacht und miteinander in ihrer jeweils eigenen Sprache bearbeitet. Das ergibt eine spannende Synthese aus Fadengespinst und Farbigkeit und beim Betrachten der Werke könnte man meinen, man sieht einem Gespräch zu.
Auf ein Wort folgt ein Bild, das ein Wort provoziert und so meandert eine kurze und gleichzeitig kommentierte Geschichte über die Leinwand.
Man versteht sie nicht ganz, aber das geht auch nicht, denn als BetrachterIn bleibt man im Außen und steht vor dem Ergebnisprotokoll des Dialogs.
Das ist verwirrend und faszinierend zugleich. Ein Echo der Worte und Bilder bleibt in der BetrachterIn zurück und beschäftigt weiter.
Und was will Kunst eigentlich mehr?“