Saskia de Kleijn

Saskia de Kleijn, Jahrgang 1981, zeigte dann in der zweiten Kunstausstellung bei Rund um Kunst Bilder aus ihrer Reihe Naturfragmente.
Saskia de Kleijn Naturfragmente

Saskia de Kleijn, geboren 1981, hat an der Muthesius Kunsthochschule Freie Kunst in der Fachklasse Malerei studiert und 2009 dort mit dem Diplom abgeschlossen. Ihr Studium ist dabei in eine Zeit des Aufbruchs und der manchmal auch tragischen Veränderungen an der Muthesius gefallen, denn eine unüblich hohe Anzahl an wechselnden Lehrenden begleitete das Studium.
Prof. Peter Nagel, gerade 70 Jahre alt geworden und mit dem Verdienstorden des Landes Schleswig-Holsteins dekoriert, war der erste Lehrer. Dann folgte die engagierte Vertretungsprofessorin Birgit Jensen, Prof. Ludger Gerdes, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam und schließlich Jürgen Partenheimer, ein international bekannter und umtriebiger Künstler.

Saskia de Kleijn entwickelte in ihrem Studium ihren eigenen Stil und ließ sich für diese Ausstellung von der Natur, speziell von Bäumen inspirieren.
Dabei schafft sie kein gemaltes fotografisches Abbild, sondern malt, was sie selber sehen will, „Bilder, die sie der Welt „hinzufügen möchte“. So entstehen imaginierte Landschaften, unwirkliche Orte, denen zwar Harmonie innewohnt, die aber auch Fragen aufwerfen.
„Äste ragen wie Arme oder Körperteile ins oder aus dem Bild, die Wuchsformen der vegetabilen Objekte, ihre Verwachsungen, definieren die Räumlichkeit. Meist stehen sie wie Figuren im Vordergrund, manchmal verbinden sie sich durch Transparenz mit den Farbschichten hinter ihnen.“
Sie schreibt zu ihrer Vorgehensweise:

„Der Bildaufbau folgt im weitesten Sinne einem klassischen Prinzip: Hintergrund und Vordergrund fungieren als Ortsbestimmungen für abgrenzende Tiefendimensionen. Durch das Verbinden von Bildebenen , löse ich das Prinzip stellenweise wieder auf, um Räumlichkeit zu verschieben.
Die Arbeiten entstehen in einem langsamen Prozess, oft mit einer Skizze im Vorfeld.
Verdünnte Acrylfarbe wird mit auf den liegenden Bildträger in mehreren Schichten aufgebracht; durch schütten, laufenlassen, tupfen, wischen, antrocknen lassen und noch feuchte Reste wieder wegwischen.
Hierbei entstehen längere Trocknungszeiten, in denen sich die Schicht noch verändert, trotzdem wird der Zufall gelenkt, oder besser gesagt  “eingeplant’“.
Nach einer Trocknungsphase gehe ich auf das Entstandene ein, auf eine tastende, vorsichtige Art. Denn wenn eine Schicht erstmal trocken ist, muss sie bleiben, um die dünne, glatte und durchscheinende Schicht zu erhalten. Es gibt nur wenige Stellen mit Pinselstrichen in meinen Arbeiten.
Ich habe mich aus verschiedenen Gründen auf diese Malweise festgelegt: Vor allem ist es die Lust am scheinbar zufälligen Verlaufen, die Leichtigkeit und Transparenz des Farbauftrags. Wichtig ist mir aber auch die Vermeidung eines Zumalens oder Überfrachtens.“

Saskia de Kleijn ist eine junge und auch mutige Künstlerin, denn sie ist eine der wenigen, die nicht dem Ruf der großen Städte wie Berlin oder Hamburg gefolgt sind, sondern eine von denen, die geblieben sind. Und dann noch in Itzehoe. Sie ist sozusagen ein „resident artist“ und bereichert Schleswig-Holstein damit.

 


Neues von Saskia de Kleijn (Dezember 2011)

Die Kunstszene in Itzehoe ist eine lebendige und junge Szene, die mit immer neuen Ideen aufwarten, um der Kunst in der Kreisstadt neue Räume zu entschließen. Eine aktive Gruppe sind die Secessionisten, die jetzt auf dem Itzehoeher Weihnachtsmarkt ihre Kunst in einer kleinen Weihnachtsbude zeigten

„Abseits der bürgerlichen Wildwechsel und Gepflogenheiten“ wollen die Secessionisten „neue Wege“ beschreiten. Kunstferne Bevölkerungsgruppen an ungewöhnlichen eigentlich ebenso kunstfernen Orten an Kunst heranführen. Das gehört zu den erklärten Zielen der Secessionisten-Quartetts Saskia de Kleijn, Wiebke Logemann, Christian Richter und Manuel Zint, allesamt Mitglieder des Steinburger Künstlerbundes.“ (Robert Hirse in seinem Blog Hirseblog)

Mehr dazu bei Robert Hirse

Hier die Eröffnungsrede von Manuel Zindt im Blog der Secessionisten.